Der Trend: Photovoltaik für den Eigenverbrauch

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Photovoltaikanlagen zu installieren wird jetzt noch einfacher!

Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben will, musste bislang zum Unternehmer werden – eine enorme Hürde. Doch neuerdings funktioniert der Kauf auch ganz ohne Finanzamt – und kann sich auch noch rechnen.

Kochen, waschen und Fernsehgucken mit selbst produziertem Strom aus der eigenen Solaranlage: Wer sich von Energiekonzernen bestmöglich unabhängig machen will, kann sich  Photovoltaikmodule aufs Dach seines neuen Hauses montieren lassen. Anlagenverkäufer rechnen gern vor, dass sich der Kauf vor allem aus Steuerspargründen lohnt. Über die Folgen spricht kein Mensch: Arbeitnehmer werden plötzlich zu Unternehmern, haben auf Jahre lästige Pflichten gegenüber dem Finanzamt, viel Papierkram und mögliche finanzielle Nachteile am Hals. Die Materie ist kompliziert.
Der neuste Trend: Der Kauf geht auch ganz ohne Finanzamt – und kann sich auch noch rechnen.

Wer sich eine Photovoltaikanlage anschafft, produziert in der Regel mehr Strom als sein Haushalt verbraucht und kann damit Geld verdienen. Ein Teil der Sonnenenergie wird ins öffentliche Netz eingespeist, also verkauft. Der Privatmann bekommt dafür eine Vergütung, die aktuell bei etwa 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegt. Und plötzlich hat er es mit dem Fiskus zu tun.

Denn: Produktion und Verkauf von Strom sind ein Gewerbe. Der Privatmann wird quasi über Nacht zum Unternehmer, mit dem ganzen Rattenschwanz an steuerlichen und bürokratischen Konsequenzen.

Dafür kann er Steuern sparen. Nur dann, wenn er seine Photovoltaikanlage nahezu ausschließlich zur Eigenversorgung nutzt und keinen Gewinn macht, ist das seine Privatsache. Und das Finanzamt bleibt außen vor, wie Thomas Seltmann, Photovoltaik-Experte für Stiftung Warentest betont. „Je kleiner die Anlage auf dem Dach, desto ratsamer wird diese Option.

Vorteile des Unternehmerdaseins:

Grundsätzlich haben Hausbesitzer die Wahl: Entweder sie werden zu Kleinunternehmern ohne Umsatzsteuerpflicht oder zu normalen Unternehmern wie andere Geschäftsleute auch. Weil Solaranlagen bis vor kurzem noch recht teuer waren, wurde Privatleuten meist folgendes geraten: Sich beim Finanzamt als Unternehmer einstufen lassen, einen Investitionsabzugsbetrag beantragen und 40 Prozent vom Kaufpreis als Betriebsausgabe absetzen. Das ist schon für das Jahr möglich, in dem die Module bestellt sind oder die Kaufabsicht feststeht, wie der Bundesfinanzhof entschied (Az. X R 42/11). Nach dem Kauf kann sich der Unternehmer viele tausend Euro Umsatzsteuer zurückholen. Kostet die Anlage beispielsweise 20.000 Euro plus 19 Prozent Umsatzsteuer, erstattet das Finanzamt die 3.800 Euro zurück. Als Unternehmer kann der Hausbesitzer seine Solarstromanlage dann noch über viele Jahre steuerlich abschreiben. Nicht-Unternehmer haben solche Steuersparchancen nicht.

Die Nachteile am Steuersparmodell:

„Wer Unternehmer wird, sollte sich frühzeitig darüber informieren, was da alles auf ihn zukommt“, gibt Steuerexpertin Klocke zu bedenken. Er ist fünf Jahre an seine Wahl  gebunden. Das Finanzamt will in der Regel monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen sowie jährliche Umsatzsteuererklärungen. Außerdem ist er zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung verpflichtet, die mit der Einkommensteuererklärung elektronisch abzugeben ist. „Das muss dann ein Steuerberater übernehmen, wir dürfen für Gewerbetreibende nicht tätig werden, auch wenn sie erstmal Arbeitnehmer sind“, betont Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Aber: Steuerberater kosten etwa drei bis vier mal so viel wie der Service vom Lohnsteuerhilfeverein. Der gewerbliche Betrieb einer Solaranlage kann zudem Einbußen von vielen tausend Euro beim Elterngeld bringen, selbst wenn nur wenig Gewinn gemacht wird. Das hat das Bundessozialgericht vor kurzem entschieden (Az. B 10 EG 8/15 R). Möglich sind auch Einbußen bei Rentenzahlungen sowie Nachzahlungen beim Wechsel zur Kleinunternehmerregelung. Ärger mit dem Finanzamt kann es zudem beim Kauf oder Verkauf eines Hauses mit Solarmodulen auf dem Dach geben.

Nase vorn als Kleinunternehmer:

Wer sich all die Pflichten vom Hals halten will, solle lieber die Kleinunternehmerregelung wählen, rät Seltmann. Der Steuervorteil für Unternehmer sei geschrumpft. Wegen der sinkenden Preise für Solarmodule und Batteriespeicher sind die Anlagen inzwischen so günstig, dass sich das aufwändige Zurückholen der Vorsteuer nicht mehr lohnt. Dazu kommt: Eingespeister Strom wird alles andere als üppig vergütet. „Wer sich jetzt für Photovoltaik entscheidet, will keine Rendite mehr machen wie früher, sondern möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen und Geld sparen“, bekräftigt Hans Weinreuter, Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Merke: Wer Kleinunternehmer wird, sollte wissen: Liegt sein Umsatz mit der Photovoltaik unter 17.500 Euro im Jahr, kann er seinen Strom ohne Zahlung und Berechnung von Umsatzsteuer ins öffentliche Netz einspeisen, muss seinen Eigenverbrauch nicht umsatzversteuern, verzichtet aber auf die Steuervorteile des Unternehmers.

Eigener Strom für die Wärmepumpe, das ist sinnvoll

Eine besonders energiesparende Lösung ist das Zusammenspiel von Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher-System.
Hierbei werden die elektrischen Komponenten in der Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Strom betrieben.Tagsüber erzeugt die Photovoltaikanlage – eine entsprechende Fläche vorausgesetzt – genügend Strom, um den Bedarf eines Einfamilienhauses zu decken. Der flukturierenden Stromerzeugung stehen allerdings unterschiedliche Verbrauchsspitzen gegenüber – etwa für den Betrieb von Geschirrspüler, Waschmaschine oder Trockner. Und natürlich einer Wärmepumpe, die während der Heizperiode auch mehr Strom für die Umwälzpumpe benötigt.Das Stromspeicher-System gleicht diese Spitzen aus, indem es aus seinen Batterien genau dann den zusätzlich notwendigen Strom bereitstellt, wenn er auch gebraucht wird.

Wir von Graef Massivhaus beraten Sie gern!

Quelle: FOCUS ONLINE

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